In Gedenken an Frank Feyerherm
Unser lieber Freund und Sportskamerad Frank Feyerherm hat am 18. Januar 2026 seine letzte Reise angetreten.

Frank (sitzend 2. vl), Jahrgang 1939, war Rugbyspieler und Cosmopolit. Und das bis ins hohe Alter. Er erzählte mir mal, dass es für ihn gar keine andere Möglichkeit gab, als Rugby zu spielen. Seine Mutter machte im unmissverständlich klar, dass er im Falle einer anderen sportlichen Neigung (Fußball) für alles selbst aufzukommen hätte (Beschaffung/Wäsche). Wir reden hier von einer Zeit nach dem Krieg so um 1948, Frank war 8 oder 9 Jahre alt. Also trat er in die Fußstapfen seines Vaters, bzw. älteren Bruders Fritz.
Manchmal ist es ja gut, wenn man seine Kinder zu etwas zwingt. Wenn Frank von seiner Jugend sprach, dann handelten diese nicht vom erfolgreich abgeschlossenen Studium zu Diplom-Kaufmann oder beruflichen Erfolgen, sondern hatten immer etwas mit Rugby zu tun. Spiel einer deutschen Auswahl gegen eine französische für die Völkerfreundschaft. Es wurde durchaus mal Frankfurt1880 im Herrenbereich geschlagen, und den Spruch: „what happens on a Tour, stays on Tour“, musste man nicht aufsagen. Er wurde schon zu dieser Zeit gelebt.
Dabei hat es ihn beruflich in viele Länder verschlagen. Frank fing nach dem Studium an, bei einem Pharmaunternehmen zu arbeiten und diese Arbeit führte ihn nach Puerto Rico, Canada, Mexico, Italien, Berlin, Bingen, Berlin.
In Mexico lernte Frank seine große Liebe, Mela kennen, und nahm dafür eine Menge in Kauf, doch wir wollen beim Rugby bleiben.
Denn wo immer ihn auch sein Beruf hinführte, wenn dort Rugby gespielt wurde, spielte er mit. In Deutschland wurde er 1969 mit SC Frankfurt 1880 deutscher Vizemeister. Und nach seiner Auslandszeit in den 70ern in Berlin war er noch in den Achtzigern Spielertrainer beim SC Siemensstadt und den Oldboys des SCS auch nach der aktiven Zeit eng verbunden.
Was mich an Frank beeindruckt hat, dass die enge Tuchfühlung mit dem BRC noch einmal stärker wurde. Auch nicht mit seinen beruflichen und sportlichen Exkursen in die Welt. Frank war er immer auf dem Laufenden, sein Interesse galt immer auch der Jugend. Gerade in den Jahren nach Fritzens Tod erhöhte er die physische und geistige Präsenz. Er stellte unserem ersten Profitrainer Steve Redfern seinen Alfa Romeo für ein Jahr zur Verfügung. Er zog von Jedem Informationen über diesen oder jenen auffallenden Spieler, fragte nach den Namen junger Sportler:innen, wenn er diese zum ersten Mal sah. So wusste Frank bis ca. 2019 den Namen von fast jedem/jeder Jugendspieler:in des BRC. War mit Mela auf vielen Turnieren und auch Heimspielen.
Nach Corona ließen die Kräfte nach und das Gedächtnis wurde schlechter.
Aber das Herz für den BRC und den Rugbysport war so stark, dass er sich immer nach den letzten Spielständen und der Trainingsbeteiligung der Jungs erkundigt hat.

Auf dem Bild ist Frank beim HeiniCup 2011 zu sehen. In diesem Spiel ging er im Alter von 72 Jahren immer dahin, wo die Action war. Und in 2015 bei unserer Oldboys Tour nach Edinburgh lief er noch auf und konnte auch in den dritten Halbzeiten durch seine erfrischenden Beiträge allen Beteiligten Lachtränen in die Augen treiben.
Man konnte mit Ihm so herrlich dummes Zeug quatschen, und dabei philosophieren. Frank war ein Synonym dafür, dass Rugbyspieler immer Jungs bleiben, egal ob sie acht oder achtzig sind. Er ist ein Junge geblieben… mit achtzig ein sehr lebenskluger (Und in dem Zusammenhang natürlich Rugbyspielerinnen Mädchen).
Nachdem auch seine Söhne Giorgio und Frank auch Rugby gespielt haben, so muss es für ihn zu einem großen Seelenfrieden geführt haben, dass auch sein Enkel Leon Rugby spielt und den Namen Feyerherm in die vierte Rugby-Generation beim BRC führt.

Noch im letzten Dezember haben wir Frank und seine Mela besucht, wurden erneut Zeugen eines von Liebe und Urvertrauen geleiteten Lebens. Und bekamen noch einmal den unvergleichlich trockenen Feyerherm´schen Humor zu spüren, der uns (Mela, Gabi, Mark und mich) vor Lachen Heulen ließ.

Du wirst uns fehlen, Frank – aber in unseren Erinnerungen wirst du weiterleben.
Frank Feyerherm
geb. 05. Mai 1939 – gest. 18. Januar 2026
Die Trauerfeier und Beisetzung findet statt am
Donnerstag, den 5. März 2026, um 13:00 Uhr,
auf dem Waldfriedhof Zehlendorf, Wasgensteig 29, 14129 Berlin.
