Wer ist... ? Der BRC stellt sich vor

Wer ist… Uwe Maaser? Der BRC stellt sich vor

In unserer neuen Reihe „Wer ist…? Der BRC stellt sich vor“ stellen wir nach und nach in ausführlichen Interviews Trainer, Spieler und Alumni des BRC vor. Die Premiere feiern wir mit Head-Coach Uwe Maaser und haben ihn zum Interview getroffen.

Uwe Maaser ist seit dieser Saison der neue Head-Coach unserer 1. Herren, zusammen mit den Co-Trainern David Giorgobiani und dem Zweiten Vorsitzenden Boris Siebenhörl.

Uwe hat in den letzten beiden Saisons gemeinsam mit Colin Grzanna und David Giorgobiani die U18 und zuvor die U16 zum Deutschen Meistertitel geführt und hat es geschafft, die Nachwuchstalente erfolgreich in die Herrenmannschaft zu integrieren.

Copyright: Manuela Schneider

 

Lieber Uwe, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast. Dich kennen sicherlich viele schon im BRC, aber stell Dich doch trotzdem einmal kurz vor und erzähl uns, wie Du zum BRC gekommen bist?

Uwe Maaser: Ich bin Uwe Maaser und seit 1976 im Berliner Rugby Club. Wie so viele andere kam ich durch Fritz (Feyerherm) in den Verein. Das war in der 1. Klasse, als ich von ihm beim Staffeltag angesprochen bzw. „rekrutiert“ wurde 😉 Ich habe daraufhin alle Schüler- und Jugendmannschaften durchlaufen und konnte in dieser Zeit mehrmals Deutscher Meister werden. Das erste Mal als B-Schüler (heute U12) und das letzte Mal dann als A-Jugendlicher (U18). Das hat Parallelen zu der Mannschaft, die ich trainiert habe und auch heute noch zum Großteil trainiere. Sie wurden gemeinsam zum 1. Mal in der U12 Deutscher Meister und haben sich die letzten beiden Jahre als U18 noch einmal zum Deutschen Meister krönen können.

Copyright: Uwe Maaser

 

Was magst Du am Rugby-Sport und was hat Dir Rugby, neben den sportlichen Erfolgen, persönlich gebracht??

Uwe: Vor allem Freundschaften, die mich seit Jahrzehnten begleiten. Gemeinsam mit meinen besten Freunden kam ich 1989 in die Herrenmannschaft und mit ihnen durfte ich bis 2004 in der 1. Mannschaft spielen und unvergessliche Momente erleben.

Ich liebe es auch, wie international Rugby ist, wie schnell man im Rugby in Deutschland aufsteigen kann und welche Möglichkeiten einem der Sport bietet. Ich habe selber als Jugendlicher zwei Europa-Meisterschaften und später auch die Studenten-WM gespielt. Dazu kam dann noch ein Jahr Australien, wo ich ebenfalls dem Rugby-Sport nachgehen konnte. Ich kann die Internationalität auch jetzt an unseren Nationalmannschaftsspielern sehen, vor allem bei den 7er-Nationalmannschaftsspielern, in welche Länder sie reisen dürfen, um dort Rugby zu spielen und welch tolle Erfahrungen sie sammeln. Uns war es als Trainer auch immer wichtig, ihren (sportlichen) Horizont zu erweitern, so wie mit unserer Georgien-Tour beispielsweise, wo wir mit großer Gastfreundschaft aufgenommen wurden und unsere Jungs gegen starke Gegner zeigen konnten, was sie können.

Copyright: Uwe Maaser


Du hast einige Jahre Pause gemacht, wie kam es dann, dass Du wieder zum BRC zurückgekehrt bist? Und warum hast Du Dich entschieden, als Trainer aktiv zu werden?

Uwe: 2007 hat mein Sohn Jonathan mit dem Rugby spielen begonnen. Fritz bat mich damals, die Mannschaft als Trainer zu übernehmen. Die Jungs waren klasse und das Training hat einfach Spaß gemacht. Nicht nur tolle Rugbyspieler sondern vor allem feine junge Kerle, die ich gerne in ihrer Entwicklung mit „formen“ wollte. Ich liebe Jugend-Rugby einfach und es ist für mich das allergrößte. Du trainierst mit den Kindern in der Woche etwas und sie nehmen es so schnell auf, dass man als Trainer genau das am Wochenende im Spiel umgesetzt sehen kann. Für mich ist Jugend-Rugby gleichzeitig aber kein Selbstzweck, keine Sache, die für sich steht. Es hat für mich alles das Ziel, dass sie irgendwann zu guten Herren-Spielern werden. Dafür müssen wir Ihnen eine Perspektive geben. So kam es dann auch, dass ich mit Colin und David in der U16 / U18 zwei Top- Trainer dazu gewonnen habe, um die Jungs auf ihrem Rugby-Weg weiter optimal begleiten zu können. Diese Mannschaft war seit der U8 zusammen, sie brauchten eine neue Herausforderung, ein intensiveres Training, um sie auf ein neues Level zu heben. Als sich im Frühjahr dann die Möglichkeit ergab Herren-Trainer zu werden, war das für mich ein logischer Schritt, um die Entwicklung der Mannschaft, gleichzeitig aber auch die bestehende Mannschaft, voranzubringen. Gleichzeitig möchten wir auch nachkommenden Jahrgängen, die enormes Potential haben, eine Perspektive geben, erfolgreiches Herren-Rugby zu spielen.

Copyright: Colin Grzanna


Wie schafft man den Übergang vom Jugend- in den Herrenbereich?

Uwe: Das ist auf jeden Fall die schwierigste Aufgabe überhaupt. Das ist auch meiner Meinung nach keine Aufgabe, die nur bei den Herren-Trainern liegen darf, sondern eine Aufgabe für den ganzen Verein. Der ganze Verein muss hinter den 1. Herren stehen, die Mannschaft muss zum Aushängeschild für den Verein werden. Von der Jugend an müssen die Kinder und Jugendlichen in dieses Team wollen. Es muss aber natürlich auch eine gute Mannschaft sein, die Leistung erbringt und erbringen will, die gutes und attraktives Rugby spielt und die sich menschlich versteht. Es muss das Gefühl entstehen, dass die 1. Herren die Speerspitze des Vereins darstellen und dass alle in die Mannschaft wollen. Dann werden auch die guten Jugendlichen den Ehrgeiz entwickeln in die 1. Herrenmannschaft aufgenommen zu werden. Aber dieses Gefühl muss eben vom gesamten Verein gelebt werden.

Wie sieht Dein Ansatz für die Herren aus?

Uwe: Mein Ansatz für die Herrenmannschaft ist zweigleisig. Zum Einen sollen sich die Strukturen langsam in die Richtung verändern, dass die Mannschaft unter möglichst optimalen Bedingungen möglichst gutes Rugby spielen kann. Zum anderen möchte ich ihnen ermöglichen, dass sie in den bestehenden Bedingungen und Strukturen, schon gutes Rugby spielen können. Dafür möchten wir die besten Trainer mit an Bord kriegen – auch externe Trainer, wie z.B. Chris Lane (Stützpunkttrainer) – und Trainer-Teams bilden. Rugby ist einfach ein Team-Sport und gleiches gilt auch für das Trainer-Team. Wir müssen auch als Trainer ein Team sein, in dem jeder seine Aufgaben hat. Innerhalb solch eines Gespanns kann man sich austauschen und ruhig ab und an auch reiben, um am Ende möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen.

Was macht die Mannschaft für Dich aus und was möchtest Du den Kids/Herren mitgeben? 

Uwe: Für mich stand und steht der Charakter eines jedes Kindes bzw. Herrenspielers im Vordergrund. Was brauchen sie von uns als Trainern? Wie können wir unterstützen, wenn es z.B. in der Schule etc. einmal schwierig wird? Insbesondere bei den Kindern ist zu beobachten, dass jedes Kind einzigartig ist und eben auch eine einzigartige Behandlung benötigt. Je länger ich die Spieler außerdem trainierte, desto mehr merkte ich, dass die Jungs selber Leistung einfordern und ein Leistungsanspruch für sie charakterbildend wirkt. Das ist insbesondere bei der Mannschaft zu beobachten, die ich über Jahre begleitet habe. Je klarer wir gemeinsam die Ziele abgesteckt haben, umso mehr wurde diese Truppe zusammengeschweißt und sie wollten von sich aus immer mehr Leistung erbringen und Erfolg haben. Gleiches funktioniert jetzt aber auch bei den 1. Herren, da wir ein klares Ziel vor Augen haben, hinter dem alle stehen: Wir wollen Deutscher Meister werden. Und das ist mittelfristig ein sehr realistisches Ziel.

 

Abschließend noch eine letzte Frage: Was sind deine Ziele für die 1. Herren?

Uwe: Unser Ziel in dieser Saison ist vor allem in jedem Spiel besser zu werden, möglichst gutes, schnelles und hartes Rugby zu spielen. Und dann gucken wir, wohin uns das führen wird. Auf dem 2. Platz zu überwintern und kurzzeitig an der Tabellenspitze gewesen zu sein, war und ist für die Mannschaft schon ein enormer Teil-Erfolg. Ich werde den Jungs, die jedes Jahr Meister geworden sind und herausragend spielen nicht sagen, dass wir um Platz 3, 4 oder 5 spielen. Gleichwohl ist mir und auch den anderen Trainern bewusst, dass das mit unseren 18-, 19- oder 20-jährigen noch sehr schwer wird. Natürlich ist unser Ziel aber jedes Spiel zu gewinnen, von Spiel zu Spiel besser zu werden und möglichst weit oben zu landen.

 

Lieber Uwe, vielen Dank für das spannende Interview und dass Du dir die Zeit für uns genommen hast.

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