1. Deutsche Oldboys Meisterschaft

Es tut nur weh, wenn man atmet, aber sonst schön……

Am 07.05.2022 fand auf dem Sportplatz Forckenbeckstr. die erste Deutsche Oldboys Meisterschaft statt. Sechs teilnehmende Teams, zwölf auf dem Platz, jeder gegen jeden also fünf Spiele á 1x 15 min. Teilnehmer waren HRC, Germania, BSC, RK03, BSV und natürlich Red-white-black-white-Dynamite. Treffen 9:00 Uhr, und ich habe mich gefreut, bei meiner Ankunft 8:45 zu sehen, dass noch nicht alles aufgebaut war, niemand gestresst war und alle Beteiligten unter Vorfreude litten. Ich will das erklären. Wenn Du mit Deiner Truppe Gespräche führst wie: „Ich weiß nicht, aber ich glaube ich bekomme morgen eine Erkältung“-„Keine Bange Perkeo, ist nur die Vorfreude“-„Aber ich werde nur 75% geben können…. ( und dann spielt er alle Spiele durch).

Man schnappt dann so in den Begrüßungsgesprächen mit den angereisten Sportskameraden auf, dass die alten Männer vom HRC so 2 Mal die Woche trainieren, die alten Preussen, von denen viele beim BSV spielen, ein vorbereitendes Trainingslager in Lindow (Olympionikenstützpunkt) hatten, Germania ein Super eingespieltes Team hat, naja und der Lokalrivale RK03 es noch mal wissen will. Es gibt Momente, in denen man versucht, sich Situationen schön zu denken: hey der 10te gerade eingetrudelt, hoffentlich kommen die Restlichen auch noch…… aber das Wichtigste ist ja, dass wir Spaß haben und sich niemand verletzt. Aber fühlt den sportlichen Druck, der sich aufbaut, weil der Erwartungsdruck der Kontrahenten uns gegenüber groß ist.

Das Witzige ist ja, dass in den anderen Teams die gleiche Aufregung herrscht, und das Schöne ist, dass es keine offenen Rechnungen gibt, weil man sie vergessen hat…. zu lange her. Ich kann Euch verraten, dass einem `ne Menge durch den Kopf geht, wenn man im Januar zu einem Turnier meldet, einen Wunschkader im Kopf hat, 30 Spielerzusagen erhält, in den folgenden Wochen 20 verbindliche Absagen hat. Dazu kommt, dass von den 4 verlässlichen Trainingsteilnehmern 2 nicht teilnehmen können, weil am Turniertag die Tochter des einen eingesegnet wird, bei der der Kollege auch noch Taufpate ist (deshalb ist mein Sohn nicht getauft). Zu solch einer Oldboysveranstaltung muss man Tatsache jeden einzeln abholen und an der Stelle kraulen, die er gern hat. Deshalb an dieser Stelle noch mal ein großes Lob und Dankeschön an die Organisatoren des Turniers. Es hilft hier nur die Beharrlichkeit, die dann zum Ziel führt, keine Argumente sondern teils blanke Lügen, die man, wenn der Motor angesprungen ist, auch mit dem einhergehenden Glücksgefühl rechtfertigen kann. Lange Rede gar kein Sinn, Ende April nahm das ganze Ding Dynamik auf. Und am Donnerstag kamen Tatsache 16 Leute zum Vorbereitungstraining. Das erste Mal seit Bestehen der Oldboys 2009 kamen Leute in Mannschaftsstärke zum Training, denkwürdig.

Nun zum Kader:

Durchschnitsalter:52,2 Jahre
1.
TobiHO
2.
GonzoMark Temme
3.
KalettaMike Schnatbaum
4.
Martin HasseManneAndreas Braukmeier
5.
JanoschMarcus HarnischFrank Groer
9.
Perkeo
10.
Pauli Quinlan
11.
Schievelbein
12.
Igor
13.
MaltzanBlassi Blassmann
14.
SelcukMaxe Knop
15.
Gregor

Nach einem intensiven Warmup mit viel Mobility und Flexibility, geleitet durch Igor startete unser erstes Spiel mit also 5 U50 von 21 Spielern um 10:20 Uhr als zweite Begegnung am Turniertag gegen den HRC. Jeder Spieler hat wahrscheinlich nach einer langen Spielpause mit Ängsten zu kämpfen, vor Verletzung oder unter zu gehen. Meine größte Angst war, mit dem Ball an irgend so einem beinharten Viech abzuprallen und einfach liegen zu bleiben, weil nichts mehr geht. Sie war unbegründet. Und der robuste Baumwollstoff der standesgemäßen Jerseys hat auch ein gutes Gefühl gegeben. Erstes Spiel gegen einen gut vorbereiteten Gegner 1:0 gewonnen, gute Hände, gute Verteidigung, fliegende Wechsel, alle Knochen dran, wunderbar. Pause ne gute Stunde, nächster Gegner Germania, der von seiner Körperlichkeit im Rückblick der härteste Gegner sein sollte.
Beim Schiedsrichterbriefing vor Beginn wurde erklärt, dass EIN Clear Out am Ruck stattfinden darf und sobald der Ref „Ruck“ ruft, nicht mehr umkämpft werden darf. Diese Regel wurde in diesem Spiel offenbar nicht angewendet. Hart umkämpfte Rucks, souveränes Spiel der Positionen 9 und 10 und gute Verteidigung ließen keinen Gegenversuch zu, allerding endete der einzige Durchbruch von uns mit einem Vorwurf im Malfeld des Gegners. Endstand 0:0. OK, nicht mehr alle Knochen dran, aber die Routine hatte sich eingestellt.

Das wesentliche an einem Turnier ist, dass man durchhält. Während dem einen die Spielpausen zu kurz sind, ist der andere dankbar darüber, dass der Adrenalinpegel nicht zu dolle absackt. Zweites Spiel also 11:50, drittes Spiel gegen den BSV um 12.30 endete mit 1:0.
13:00 Spiel gegen RK03. Während unser Team sehr sturmlastig war, wanderte der Ball bei RK durch gute Hände von der einen Ecke auf die andere und zurück. Lücken in unserer Verteidigung bescherten dem RK drei Durchbrüche und das Spiel endete mit einer 0:3 Niederlage.

Und nun folgte eine Pause von fast anderthalb Stunden, für die man anfangs dankbar war, als dann aber um 14:25 zur Spielvorbereitung gerufen wurde, spürte der Ü50 Spieler seine rostigen Knochen in enormer Weise, aber, und das ist ja das Schöne, wenn man denkt: „was mach ich hier eigentlich“, ist es zu spät, Nein zu sagen. Und mit dem Anpfiff um 14:40 war der Adrenalinpegel an gewohnter Stelle und auch das fünfte Spiel lief sportlich fair auf gutem Niveau, geleitet von einem souveränen Referee, an dieser Stelle ein großes Lob an die Unparteiischen, und endete mit einem 2.1 Sieg für unser Team. Alles in Allem wurde vom Spielfeldrand die Ansehnlichkeit unserer Spiele bescheinigt, eine Verletzung ohne Fremdeinwirkung, an dieser Stelle gute Besserung Brauki, zum Heini Cup bist Du wieder fit. Und lieber Mark, der du in heroischer Weise einen Versuch verhindert hast, es lässt sich auch mit einer Niere gut leben.
Das Turnier endet mit einem verdienten zweiten Platz hinter dem Turniersieger RK 03, Glückwunsch an dieser Stelle. Wem das jetzt zu wenig ist, der muss mehr dafür tun.
Drei unserer Veteranen haben nach 1989 den zweiten Vizemeistertitel geholt, Glückwunsch Gregor,
Janosch, Perkeo.
Die die immer da sind, wenn sie gebraucht werden und funktionieren, fallen ja nicht so auf, weil ja erwartet wird, dass sie funktionieren. Das ist ein schleichender Prozess.
Deshalb möchte ich an dieser Stelle Stefan Schievelbein erwähnen, dessen Mitgliedschaft in diesem Jahr ihr 40 jähriges Jubiläum haben wird. Schievel ist eine Bank, wenn es um Verteidigung geht, universell einzusetzen in der Dreiviertelreihe, absolut verlässlich im Fangen und spielbar halten von Bällen. D. h. er passt sie auch weiter. Und wenn Schievel sagt, er kommt, dann kommt er.

Danke Schievel!

Unser ältester Spieler HO Hans Otremba wird dieses Jahr 72. Und HO, wenn Du das nächste Mal eine goldene Hose anziehst, holen wir vielleicht die Schale.

Oder

Unser Kader schafft vielleicht drei Trainingseinheiten vor einem Turnier……
Großer Dank an Rugby Ohle vom BSV für die Mühe, die Du bereit warst, auf Dich zu nehmen.
Wir hatten alle einen Wahnsinnsspaß, und es tut nur weh, wenn man atmet, aber das legt sich in zwei bis drei Wochen.
Es war ein japanisches Kirschblütenfest!

P.S. Die Trikots sind gewaschen, verpackt und duften beim nächsten Einsatz…. wenn es nicht zu lange dauert, Eure Entscheidung!